März 2026
Liebe Glonnerinnen und Glonner,
in der Januar-Sitzung des Gemeinderates hat das Planungsbüro aquasoli aus Siegsdorf den aktuellen Stand zum Hochwasserschutz im Bereich Kupferbach und Augraben vorgestellt. Den Sachverhalt und die verwendete Präsentation können Sie bei Interesse im Internet unter https://gemeinde-glonn.de/ beim Menüpunkt „Gemeinde – Bürger- und Ratsinformationssystem“ einsehen.
Im Rahmen dieses Vorworts versuche ich, die Situation kurz und verständlich zusammenzufassen. Letztendlich haben die Gespräche im letzten und vorletzten Jahr mit den Behörden bei der Regierung von Oberbayern ergeben, dass alle bisher untersuchten Standorte südlich von Reisenthal im Bereich des Augrabens und Kupferbachs aus naturschutzfachlicher Sicht nach aktueller Gesetzeslage keine Chance auf eine Genehmigung haben.
Somit verbleibt letztendlich nur der Bereich zwischen Reisenthal und Glonn für die notwendige Rückhaltung von ca. 430.000 m³ Wasser. Bei diesen Gesprächen konnten wir darlegen, dass es unter Einhaltung der naturschutzfachlichen und wasserrechtlichen Rahmenbedingungen unmöglich ist, eine ausreichende Rückhaltung, welche bei den Standard-Rahmenbedingungen für die Planung weit über den jetzt notwendigen ca. 430.000 m³ liegen müsste, zu bauen. Die vermutlich einzige technische Möglichkeit für einen Hochwasserschutz wäre der Bau eines Stollens vom Kupferbach zur Glonn mit Umleitung des Hochwassers gewesen. Da dies an Gewässern 3. Ordnung nicht gewollt ist und die Kosten ohne umfangreiche Untersuchungen nicht kalkulierbar, aber voraussichtlich mindestens um den Faktor 2 höher als bei einer Rückhaltung sind, konnten wir uns auf wasserrechtliche Ausnahmen bei der Planung in Verbindung mit einem Dammbauwerk einigen.
So dürfen wir das Bachufer des Kupferbachs bis an die Grenze (ohne Freibord) ausnutzen und auch teilweise erhöhen, um die Leistungsfähigkeit bis auf 13 m³/s zu erhöhen, und beim Dammbauwerk dürfen wir einen gesteuerten Durchlass planen. Dies hat zur Folge, dass für den Hochwasserschutz am Kupferbach ein Dammbauwerk mit ca. 8 Meter Höhe ca. 800 Meter nördlich von Reisenthal mit weiteren kleineren Nebenbaumaßnahmen reicht, um den rechnerischen Schutz vor dem 100-jährigen Hochwasser herstellen zu können.
Hierfür sind jedoch umfangreiche Planungen und naturschutzfachliche Untersuchungen notwendig. Ich erwarte hier weiterhin zahlreiche Herausforderungen. Zum einen wird der Untergrund für ein derartiges Bauwerk nicht tauglich sein und somit einige technische Herausforderungen mit sich bringen, welche nach meiner Einschätzung zwar teuer, aber lösbar sein werden. Zum anderen erwarte ich auch in diesem Bereich einige naturschutzfachliche Belange, welche wir überwinden müssen. Nachdem aber die generellen Zusagen der unteren als auch der oberen Naturschutzbehörden vorliegen, erwarte ich nicht erneut Verhinderungsgründe. Sehr wohl müssen wir aber mit umfangreichen Forderungen zum naturschutzfachlichen Ausgleich (vermutlich im Gewässersystem) rechnen. Zudem wollen wir versuchen, den betroffenen Eigentümern einen passenden Ausgleich zu bieten. Für beides werden wir Grundstücke benötigen, um die Planungen fertigstellen und umsetzen zu können.
Daher bitte ich Sie, sofern Sie beabsichtigen, ein Grundstück zu verkaufen oder jemanden wissen, der ein Grundstück in diesem Bereich verkauft, sich an die Gemeinde zu wenden. Nur wenn wir bis zum Ende der Planungsphase ausreichend Grundstücke besitzen, werden wir das Projekt einigermaßen zufriedenstellend für alle Beteiligten abschließen können.
Ihr Josef Oswald, 1. Bürgermeister
